Blog 6: Wortbildung – made in Germany

25. Mai 2018 in  Aktuell    ,     Keine Kommentare

Wie entsteht bei Ihnen der Name für eine neue Entwicklung?

Wahrscheinlich eher spontan. Er drückt dann aus, was diese neue Komponente tut oder wie sie beschaffen ist.

Irgendwann wird diese Benennung auch in anderen Sprachen benötigt. Teilweise erledigen das die Entwickler mit Fremdsprachenkenntnissen selbst oder der Vertrieb im Land oder Mitarbeiterinnen mit sprachlichem Hintergrund. Doch leider fehlt dabei immer das terminologische Knowhow. Was bedeutet das?

Das Klonen von Wörtern

Das bedeutet, dass der deutsche Begriff nach bestem Wissen und Gewissen in die Fremdsprache „geklont“ wird – eben nach dem deutschen Vorbild. Was dabei außer Acht gelassen wird, ist, dass jede Sprache in Bezug auf Wortbildung anders tickt.

Technisches Deutsch ist jedenfalls überaus präzise. Eine Klappe ist beispielsweise nicht einfach eine Klappe, sondern eine Funktionsklappe oder Schließklappe oder Häckselklappe; eine Stufe ist nicht einfach eine Stufe, sondern eine Trittstufe, und eine Stütze ist eine Abstellstütze.

Wir sind eben genau!
Auch in der Fremdsprache!

Andere Länder, andere Sitten

Aber was für Deutsche „genau“ ist, ist beispielsweise für Angelsachsen „übergenau“. Und diese Übergenauigkeit erreicht exakt das Gegenteil von dem, was sie beabsichtigt: keine Klarheit sondern Verwirrung, Verschleierung und Kopfkratzen.

Denn: Englisch ist einfach und unkompliziert. Es kam schon vor der Globalisierung und Übersetzung ohne diese Präzision aus – und trotzdem haben sich alle verstanden.

Fazit: Fremdsprachliche Terminologiefindung folgt nicht den deutschen Regeln. 😉 Fragen Sie Ihre Übersetzerin!

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